Absturz beim Abbruch einer Werkshalle

Unfallhergang

In einem geschlossenen Industriegebiet sollte eine ca. 25 m hohe Werkhalle abgerissen werden. Neben Großgeräten kamen Brennschneider zum Einsatz, um die Stahlträger zu durchtrennen. Eine schriftliche Abbruchanweisung lag nicht vor. Die Arbeiten waren bereits seit einigen Tagen im Gange, als in ca. 17,5 m Höhe der Obergurt eines Fachwerkbinders mit Brennschneidegerät zerschnitten werden sollte.

 

Hierzu bauten die Beschäftigten zunächst eine behelfsmäßige Arbeitsplattform aus Holz, von der aus sie ihre Tätigkeit aufnahmen. Als Absturzsicherung wurde ein zweiteiliges Geländer ohne Zwischenholm angebracht, das vom zuständigen Polier unbeanstandet blieb.


Während der Brennschneidearbeiten verlor einer der Beschäftigten das Gleichgewicht und fiel zwischen Ober- und Unterholm des Geländers in die Tiefe. Der Verunfallte zog sich schwere innere Verletzungen und mehrere Knochenbrüche zu, überlebte aber dank schneller Hilfe mit Rettungshubschrauber.

 

Unfallursache 

Als Ursache für den schweren Unfall ist eine Reihe von unterlassenen Sicherheitsmaßnahmen zu nennen. So entsprach der Seitenschutz als Absturzsicherung nicht den Sicherheitsbestimmungen, ebenso waren keine Auffangeinrichtungen vorhanden. Auch wurde der Mitarbeitende nicht durch einen Anseilschutz gesichert. Und schließlich hätte der Polier die mangelhafte Absturzsicherung erkennen und die Arbeiten einstellen lassen müssen.

 

Mit diesen Massnahmen wäre der Unfall verhindert worden

Für Arbeitgeber und Vorgesetzte

•  Die die Abbrucharbeiten leitende Person hat eine schriftliche 
            Abbruchanweisung zu erstellen, die alle erforderlichen
            sicherheitstechnischen Angaben enthält und an der Baustelle vorliegt

  Sicherungsmaßnahmen wie z.B. Seitenschutz, Auffangeinrichtungen und/oder Anseilschutz sind anzuwenden

•  Es ist zu gewährleisten, dass die Abbrucharbeiten von
            weisungsbefugten Personen beaufsichtigt werden, die hierfür
            ausreichende Kenntnisse besitzen

Für Mitarbeitende

  Bei fehlender Abbruchanweisung und/oder Sicherungsmaßnahmen Arbeitseinsatz nicht beginnen

  Arbeitseinsatz nie mit improvisierten Sicherungsmaßnahmen durchführen

 

 

 

D-A-CH-S

Internationale Fachgruppe Absturzsicherung

 


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