Bei Arbeiten im Gleisbereich vom Zug erfasst

Unfallhergang

Im Rahmen von Gleisbauarbeiten erhielt ein Zimmerervorarbeiter den Auftrag, mit seiner Kolonne die Schalung für den Vorschubschnabel in einer Baugrube aufzustellen. Für diese Arbeiten war ein Betreten des Gleisbereiches nicht erforderlich. Für die Ausrichtung der Schalungselemente benötigte der Vorarbeiter die Absteckung der Bauwerksachse.

 

Obwohl ihm auf der Baugrubensohle mehrere Festpunkte zur Verfügung standen, wählte der Vorarbeiter einen Festpunkt, der hinter dem Bauzaun ca. 1,6 m neben der Achse des äußersten Betriebsgleises lag. Der Vorarbeiter begab sich zu diesem Festpunkt. Als er sich gerade aus seiner gebückten Haltung aufrichten wollte, wurde er von der Lokomotive eines Reisezuges, der die Baustelle mit 120 km/h passierte, erfasst und tödlich verletzt.

Unfallursache

Der Vorarbeiter, der mehrere Jahre Erfahrung mit Arbeiten im Gleisbereich hatte, begab sich ohne Anforderung von Sicherungsmaßnahmen hinter den Bauzaun. Im vorliegenden Fall war die Arbeitsstelle durch eine feste Schutzeinrichtung vom Gleisbereich getrennt und das Einmessen der Schalung war möglich, ohne den Gleisbereich zu betreten. Die notwendigen technischen und organisatorischen Maßnahmen waren also durchgeführt. Zudem trug der Vorarbeiter keine Warnkleidung, so dass der Triebfahrzeugführer der Lokomotive ihn nicht wahrgenommen und kein Warnsignal gegeben hatte.

 

Mit diesen Massnahmen wäre der Unfall verhindert worden

Für Arbeitgeber und Vorgesetzte

•  Vor einer unvermeidbaren kurzzeitigen Tätigkeit im Gleisbereich muss
            die für den Bahnbetrieb zuständige Stelle rechtzeitig informiert werden,
            so dass sie die erforderlichen Sicherungsmaßnahmen einrichten kann
            (z. B. eine kurzzeitige Sperrung des äußersten Gleises oder 
            Postensicherung)

Für Mitarbeitende

  Vor jedem Betreten eines Gleisbereiches müssen Sicherungs-maßnahmen durchgeführt und befolgt werden

  Im ungesicherten Gleisbereich ist entsprechende Warnkleidung zu tragen

 

 

 

 

D-A-CH-S

Internationale Fachgruppe Absturzsicherung

 


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