Schwerer Unfall beim Gleisrückbau

Abb. 1: Für den Transport eingesetztes gleisfahrbares Gerät (Schienenbuggy)
Abb. 2: Transport des Joches zum Zwischenlager

Unfallhergang

Eine Baufirma hatte den Auftrag, eine stillgelegte Gleisanlage zu demontieren. Dafür wurde das Gleis zunächst in Gleisjoche mit Längen von 15–17 m geteilt. Über eine andere Gleistrasse mussten die einzelnen Joche anschließend zu einem Zwischenlager verbracht werden. Der Transport zu dem Zwischenlager erfolgte durch einen eingegleisten Zweiwegebagger und ein gleisfahrbares Gerät (Abbildung 1), einen sog. Schienenbuggy. Der im Gleis befindliche Bagger zog das komplette Joch, das im hinteren Bereich auf dem Schienenbuggy ruhte, über eine Strecke von 200 m hinter sich in Schrittgeschwindigkeit her. Ein Anschläger wurde am Zwischenlager für den Abladevorgang benötigt und setzte sich daher auf eine Schwelle des Jochs oberhalb des Schienenbuggies. Seine Füße stützte er zwischen 2 Schwellen auf dem Schienenbuggy ab.

 

Während der Transportfahrt entgleiste der Schienenbuggy an einer Weiche. Trotz sofort eingeleiteter Vollbremsung des ziehenden Zweiwegebaggers rutschte das Joch vom Schienenbuggy. Das linke Bein des mitfahrenden Anschlägers wurde dabei eingeklemmt und so schwer gequetscht, dass der Unterschenkel amputiert werden musste.

 

Unfallursache

Der Anschläger hätte nicht auf dem Joch mitfahren dürfen, da er sich an einem ungesicherten Platz befand, sondern hätte auf dem 2. Sitzplatz in der Baggerkabine mitfahren können. Durch die fehlende Sicherung des Joches reichte der Gefahrenbereich des Zweiwegebaggers bis zu seinem Mitfahrplatz. Der Baggerführer hätte die Mitfahrt untersagen müssen und die Transportfahrt nicht ausführen dürfen.

 

Mit diesen Massnahmen wäre der Unfall verhindert worden

Für Arbeitgeber und Vorgesetzte

•  Erstellung einer Gefährdungsbeurteilung für die Baustelle

•  Unterweisung der Mitarbeitenden über erforderliche
            Sicherheitsmaßnahmen – hier u.a. Maßnahmen zur Verhinderung
            des Aufenthalts der Beschäftigten im Gefahrenbereich selbstfahrender
            Arbeitsmittel

Für Mitarbeitende

  Einhaltung der erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen gemäß Gefährdungsbeurteilung

  Arbeiten mit der Erdbaumaschine nur ausführen, wenn sich keine
Personen im Gefahrenbereich aufhalten

  Personen ausschließlich auf Plätzen mitfahren lassen, die vom Hersteller dafür vorgesehen sind

 

 

 

 

D-A-CH-S

Internationale Fachgruppe Absturzsicherung

 


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